Die Party wird unangenehm auf LinkedIn

Vermutlich kennen wir sie alle: die Selbstdarsteller auf Partys. Immer die Größten, immer die Besten. „Mein Haus, mein Auto, mein Boot“, schwitzt es aus allen Poren (auch wenn sie gar nicht Kunde der Sparkasse sind). Selbst die Gastgeber verwelken im Schatten dieser Egos!

Mein LinkedIn-Feed fühlt sich manchmal nach diesen schlechten Partys an. Überall nur tolle Typen, die gerade ihr finales Erweckungserlebnis hatten – und mir nun den ultimativen Tipp auftischen, wahlweise mein Leben oder mein Business zu retten. Kostenpflichtig natürlich.

Bescheidenheit ist bei der Mission, die Welt zu retten, fehl am Platz: „Verkaufen ohne Mühe“, „Umsatz ohne Einsatz“ oder „Fünf Millionen-Aufträge pro Woche – garantiert“ heißen die Versprechen.

Der ultimative Tipp ist da nur, das kleine Punkte-Menü rechts oben zu nutzen und Feed-Hygiene zu betreiben: „Nicht interessiert“. Alte LinkedIn-Hasen sagen, irgendwann kapiere das auch der Algoritmus.

Denn die Selbstdarsteller verbergen all die Perlen, die es in dem Marktegeschreie nach wie vor gibt: Menschen, die fachkompetent sind, kluge Gedanken formulieren können, Erfahrungen teilen und echten Nutzen stiften. Und darüber sich selbst oder ihr Produkt „verkaufen“.

Mir geht es zumindest so: Ich schätze Posts mit Mehrwert. Posts, die ganz konkret ein Thema behandeln und damit verbundenes Problem lösen. Posts, die mich auf einen Aspekt stoßen, den ich noch nicht im Blick hatte, der aber wichtig ist. Posts, die mich ernstnehmen und nicht als Geldautomat auf zwei Beinen missverstehen.

Wie geht es Euch beim Scrollen durch den Feed? Schreibt dazu auf LinkedIn.

(Hier noch der Original-Werbespot der Sparkasse: Youtube )